Sauberkeit ist das halbe Leben

 In Wissenswertes

07:25 Uhr

Wie jeden Morgen mache ich mich auf den Weg durch die Firma, um die Kollegen zu begrüßen.

Als erstes sehe ich Melli. Strahlend breitet sie die Arme aus, um mich in Empfang zu nehmen und lässt mit ihrer Umarmung meinen Rücken knacken. Dann macht sie sich wieder an die Arbeit.

Sie ist gerade mit unserem Reinigungsfahrzeug, das wir liebevoll „Schlürfi“ getauft haben, unterwegs.

Heute Morgen steht wieder Grundreinigung auf dem Plan. Als Hygienebeauftragte ist das natürlich hauptsächlich ihre Aufgabe.

Im letzten Post ging es um Arbeitsabläufe. Zur Abwechslung geht es heute mal um das hygienische Grundgerüst unserer Arbeit in der Produktion.

Was jeder braucht ist selbstverständlich Arbeitskleidung. Also weiße Kleidung, Sicherheitsschuhe, Haarnetz und gegebenenfalls einen Bartschutz.

Außerdem haben wir für jeden Mitarbeiter je eine Box für persönliche Gegenstände außerhalb der Produktion platziert, um sicherzustellen, dass sämtliche Keime der Außenwelt auch genau dort bleiben.

Zum Ende der Schicht dienen die Boxen zur Aufbewahrung der Messer.

Der nächste Schritt führt in die Schleuse zur letzten Waschung, um den Bakterien den Garaus zu machen.

Erst, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, darf die Produktion laut Vorschrift betreten werden.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Alles was in der Produktion passiert, bleibt in der Produktion. Außer Fertigware, die wird zur weiteren Abfertigung erstmal ins Lager gebracht.

Dinge wie Besen, Handtücher, etc. hingegen haben ihren festen Platz und Nutzen in ihrem jeweiligen Bereich. Diese sind farblich markiert und werden natürlich auch regelmäßig und zusätzlich abhängig vom Grad der Verschmutzung gereinigt. So vermeiden wir die Möglichkeit von Dreck- und Splittereintrag in die Produktionshalle.

Da wir dort keine Feldbetten aufgestellt haben, wollen die Mitarbeiter auch hin und wieder mal Freigang haben. Sobald sie ihren Arbeitsplatz verlassen, ziehen sie sich schöne bunte Kittel an, die mich immer ein bisschen an Matrix erinnern. Sie schützen die weiße Kleidung, sodass diese sauber bleibt.

Auch für die Büromitarbeiter und Gäste, die mal einen Blick hinter die Kulisse werfen wollen, gibt es Kittel.

Diese sind, wie die übrige Produktionsbekleidung, weiß. Ob das nun symbolhaft für Reinheit steht oder einfach nur Flecken leichter sichtbar machen soll, sei mal dahingestellt. Ich fühle mich damit immer ein bisschen wie ein Arzt (oder Neo).

Ein Aspekt, den ich Dir zum Abschluss gerne noch näherbringen möchte, ist die Reinigung des sogenannten weißen Bereichs, weil diese eine so elementare Rolle spielt.

Es gilt: Vor der Produktion ist nach der Produktion.

Grundsätzlich ist die Halle vor jeder Abfüllung also schon gereinigt.

Das beinhaltet selbstverständlich nicht nur die Halle an sich, sondern auch die Maschinen. Egal ob Chargenwechsel, neuer Fertigungsauftrag oder Anbruch eines neuen Arbeitstages.

Jede Maschine wird soweit demontiert, dass jedes produktberührende Teil gereinigt werden kann. Abhängig vom vorher abgefüllten Produkt kommen hier unterschiedliche Reinigungsmittel zum Einsatz. Wir spülen alles gründlich ab und sobald es trocken ist, werden alle Flächen desinfiziert.

Teile der gereinigten Elemente unserer Maschinen.

Es ist leider nahezu unmöglich, die enormen Ausmaße aller Tätigkeiten vollständig zu erfassen, ohne, so wie Björn, ein komplettes Handbuch für alles zu schreiben.

Neben der Tätigkeit an sich trägt die Dokumentation in den Protokollen maßgeblich zum Umfang bei, weil jeder Bereich unterschiedliche Anforderungen hat, die nicht nur bedient, sondern auch detailliert schriftlich festgehalten werden müssen.

Das würde an dieser Stelle allerdings, wie oben schon angedeutet, schlicht und ergreifend den Rahmen sprengen. Eventuell werde ich die Thematik zu einem anderen Zeitpunkt nochmal zum Thema machen.

So aufwendig das alles klingt: das Schöne daran ist, in meinen Augen, der Lerneffekt und die Sensibilisierung. Jeder Mitarbeiter bringt sich so selbst dazu, diese Dinge zu beachten und wird gleichzeitig durch die anderen daran erinnert.

Außerdem bekomme auch ich als Büro-Mensch, der meist nur oberflächlich mit diesen Themen zu tun hat, eine faszinierende Perspektive, welch gewaltiges Ausmaß die korrekte Ausführung unserer Arbeit annimmt. Umso beeindruckender, wie meine Kollegen scheinbar nebenbei dafür sorgen, dass wir den hohen Standards gerecht werden.

Wie das Fundament für unsere Tätigkeit aussieht, weißt Du jetzt. Nächstes Mal erfährst Du dann, wie die Produktion an sich aussieht.

Mission Zukunft. Wir gehen voraus, bist Du dabei?

Bis zum nächsten Mal und bleibt neugierig!

Beste Grüße

Christian

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