Das Urteil

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Die Spannung steigt

Es ist soweit.

Zwei Tage Audit. Die große Prüfung. Der letzte Test.

Ein wenig Anspannung liegt in der Luft. In den letzten Tagen vor dem Audit hatte sich ein nervöses Kribbeln in unseren Reihen breit gemacht. Nun folgt der letzte Härtetest, ob unsere Maßnahmen zur Produktsicherheit den hohen Standards des IFS genügen.

Das klassische Gefühl vor einer Prüfung, begleitet von wenigen Fragen.

Sind alle Dokumente vorhanden?

Haben wir auch wirklich an alles gedacht?

Sind wir bereit?

Erfolg bedeutet den Aufstieg auf die prunkvolle Dachterrasse der Lohnabfüllung.

Das Szenario, das zu einem Misserfolg führen würde, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Zu stark lag der Fokus der letzten Wochen auf den Vorbereitungen, als dass ich mir ein Versagen ausmalen könnte.

Letzte Vorbereitungen

Um ganz sicher zu gehen, fahren Robin und Björn am Wochenende vor dem Audit nochmal in die Firma.

Wie die Ruhe vor dem Sturm kommt es Ihnen vor, als das Knallen der zufallenden Tür noch einmal sein letztes Echo durch die Halle jagt, um sie dann mit ihren Gedanken allein zu lassen.

Endzeitstimmung

Fokussiert gehen die beiden ihrer Arbeit nach. Stück für Stück prüfen sie mit ermüdender Akribie ihr Werk. Stück für Stück macht sich Sicherheit breit. Und doch will dieses verfluchte Gefühl nicht weichen.

Als ob man in den Urlaub fährt und überlegt, ob man auch wirklich alles eingepackt hat. Mit diesem Gefühl fahren Robin und Björn schließlich nach Hause.

Vermutlich träumen beide in dieser Nacht von einer Schlacht, die sich der heilige Papierkrieg nennt und darin endet, dass das Papier unterworfen wird, um seinem Bezwinger zu Nutze zu sein.

Die heiße Phase

Dann ist es auch schon so weit. Der Auditor betritt die Burgfeste. Ein Abgesandter aus fernen Landen, gekommen, eine Urkunde zu unterzeichnen und so für uns neue Handelsrouten mit der Obrigkeit zu erschließen.

Doch erst kommen die Verhandlungen.

Der von uns zu erbringende Nachweis, ein lukrativer und verantwortungsbewusster Geschäftspartner zu sein. Die Luft knistert vor Spannung, als der Auditor die großen Hallen durchschreitet und zum Kern des Unternehmens vordringt.

Hier sucht er nach Einblicken in die Produktion. Argusaugen wandern über die Fertigung, darauf geschult, die kleinsten Fehler zu entdecken. Im Anschluss spricht er mit den Mitarbeitern, um Fragen zu stellen.

Es läuft gut. Keine Zwischenfälle. Jeder der Befragten ist rundum geschult und kann das Wissen abrufen. Der Auditor scheint zufrieden zu sein.

Der letzte Akt

Bis jetzt. Dann folgt der Papierkram, also der schriftliche Nachweis für die Kontrolle über unsere Prozesse, Gefahren und Maßnahmen.

Dies ist der Moment, in dem Fabian sich beweisen kann. Oder eher: sein Vertrauen, denn er muss einen Termin wahrnehmen und lässt Robin und Björn alleine.

Allerdings liefen die Vorbereitungen fürs Audit auch zu 95% ohne Fabians Mitwirken ab. Also, warum nicht?

Später im Büro erzählt der Auditor, wie gut ihm die Antworten der Produktionsmitarbeiter gefallen haben. Ein Lob, das wir nur allzu gern weitergeben.

Und auch sonst ist nun der Moment gekommen, den Druck von den Schultern abfallen zu lassen. Zwar kriegen wir nicht direkt das Ergebnis, doch der Auditor ist zuversichtlich, dass wir bestanden haben.

Er verabschiedet sich mit den Worten: „Vielleicht reicht es sogar für den Higher Standard.“

(Spoiler-Alarm: wir sind mit 0.79% am Higher Standard vorbeigeschrammt)

Letztlich gibt es nichts zu bemängeln, sondern überall nur Verbesserungspotential. Einige Dinge lassen sich nicht ändern, wie unser Boden, der aufgrund seiner Beschaffenheit extra Reinigungsaufwand erfordert. Zugegeben, etwas ärgerlich, aber im Endeffekt nur ein Schönheitsfehler.

Ein wenig amüsiert habe ich mich im Nachhinein allerdings schon. Da kommen Robin und Björn extra am Wochenende nochmal her, um einen letzten Sicherheitsdurchlauf zu machen und dann stellt sich heraus, dass zwei (zugegeben, ziemlich nebensächliche) Dokumente zwar vorhanden sind, allerdings nicht in der Dokumentenliste aufgeführt.

Unserem Erfolg steht das nicht wirklich im Weg. Über 94,21% in der Gesamtwertung kann man sich tatsächlich einfach nur freuen. Selbst der Auditor zog seinen Hut, als er hörte, dass wir im November erst unseren Termin gemacht haben und so wirklich mit den Vorbereitungen anfingen.

Ende gut, alles gut

IFS 6 ist ein großer und vor allem wichtiger Meilenstein für uns.

Auch wenn es, wie Björn sagte, am Ende mehr Arbeit war, als erwartet, so sieht man am Ergebnis doch, dass es sich gelohnt hat.

Durch das Zertifikat werden uns eine Menge neue Möglichkeiten eröffnet. Außerdem haben wir das Zertifikat quasi ohne Richtungsweisungen durch Fabian bewältigt.

Natürlich hat er in der Vorbereitung mal seine Nase reingesteckt und wurde auch zu wenigen Punkten befragt, aber im Grunde ist das Zertifikat eine Eigenleistung der Strukturen, die Fabian geschaffen hat.

Für ihn ist der ausschlaggebende Punkt für unsere Leistung die äußerst flache Hierarchie, die in der Firma herrscht. So sind alle Informationen immer leicht zugänglich und Entscheidungswege extrem kurz. Das gab (und gibt) Freiheiten, die allen Mitarbeitern hier viel Raum zur persönlichen Entfaltung zur Verfügung stellen.

Das äußerte sich in gewisser Weise auch im Abschluss des Audits, am zweiten Tag. Da haben Robin und Björn sich zur Feier des Tages und auf erfolgreiche Arbeit einen kleinen Drink im Büro genehmigt.

Und weil wir hier so nette Kollegen haben, wurden die beiden sogar noch nach Hause gebracht. In diesem Sinne Cheers und danke an alle Kollegen. Das Audit haben wir als Einheit bestanden und darauf können wir stolz sein.

Ein weiterer entscheidender Schritt für die Mission Zukunft.

Wir gehen voraus, bist Du dabei?

Bis zum nächsten Mal und bleib‘ neugierig!

Beste Grüße

Christian

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